01   Fading Things 4:05
02   Light Me On Fire 3:01
03   35 Years 3:27
04   Lay Me Down 3:45
05   Free Music And Free Beer 3:32
06   The Wait 3:59
07   He Forges Mighty Armour 4:49
08   You're The Change 3:34
09   Broken Needs 4:11
10   Gardening On The Moon 3:54
11   Put The Needle Down 3:37
12   If Nothing Else 5:06
   
Total play time 47:31




"In Fetzen"
von Mirek Kuzniar

Fünf diabolische Tage,
und fünf unheilige Nächte
lag ich betend und sterbend da.
Nur Mücken, Fratzen, zitternde Kälte –
schreiendes Heimweh -
ach, wär’s nur die Hälfte
meines gestrigen Lachauges,
die noch einmal wieder käme –
doch nichts geschah.

Zurückkehren,
mein Leben erneut fortsetzen,
als Kind, als Baum -
Hauptsache wieder wachsen;
menschlich
mit Schweiß unter den Achseln,
und nicht einfach gegangen zu sein,
ohne zu Ende gelebt zu haben.
- Nicht ich,
der nach der verstreuten Zukunft,
wie ein Wahnsinniger,
versuchte zu graben.

Am sechsten Tag
wusch ich mein seidiges Gesicht
in einer Hoffnungsquelle –
mein trübes Sterbensleid
übersprang in eine frische Herrlichkeit,
und der Tag
wieder in eine strahlende Helle.

Ich gehe zum Telefon
und halte mir die Daumen.
Diese schrecklichen Abgründe
der lachenden Angst,
des nachdenklichen Zitterns -
eine Seele mit einer Handvoll Wunden:
"Lass sie keine Macht über mich haben",
flüstere ich.

Mir graut's vor Telefonaten,
aber ich muss ihr sagen,
bevor sie es von anderen erfährt,
die nichts zu erzählen haben.

Augen –
ich bin unfähig,
ihr in die Augen zu blicken.
Und dennoch glaube ich an ihre Augen
und an das,
was sich da hinter versteckt.

Ich gehe zum Telefon –
sogar im Gespräch muss ich wegschauen,
weil ich ihre Augen spüren kann.
"Sehr große Hoffnung mach' ich mir nicht,
dass du das ohne mich durchstehst -
vielleicht drei oder vier Tage lang.
Es macht mich ganz krank,
dass ich nicht da war –
nun hol' ich die Ankunft meiner Silhouette nach!"

Es ist dunkel –
alles surrealistisch schwarz.
Plötzlich tauchen Lichter auf -
enge Strassen.
Und im Nu gleiten wir
in das Bowie-Nachtleben hinein.
Alles geschieht unbeschreiblich schnell,
rasch, wie sie halt ist.

Wir stehen auf einmal
auf einer erhöhten Kneipenhinterhof Plattform,
springen hintereinander über
und landen in unseren Armen
und lachen drüber,
wie einst in Frankreich.

- Haben wir alles?
- Sind wir gesund?
- Sind wir ganz?
- Sind wir wirklich wieder da?

Wir nehmen die Welt kaum zur Kenntnis.
Wir finden sie vielmehr sogar lästig;
so ein Getue,
und nur wegen öffentlichem Pinkeln –
wir pfeifen auf Anbetungen.

Zuckende Körperlichter –
wir überlegen,
ob wir zurückkehren sollen
und beschließen;
wir vernaschen uns gleich hier,
direkt unter der Laterne –
und sind dankbar für unsere Dummheit.

Uns überrascht nichts mehr,
weder der Nachtregen der Küsse,
der Liebesschlamm am Körpermantel,
noch die Zunge
als Säuberungsgerät des Gesichts.
Morgen werden wir
an die Nacht zuvor
und an was geschehen war denken -
nicht heute,
heut sind wir zu arg mit uns beschäftigt.

Sinnlosen Erholungen schenken wir heut keine Zeit. -
Zerreißen die Kleider.
Zerreißen die Körper.
Zerreißen die Herzen -
wir sind voller Fetzen.
Besprechen werden wir alles morgen.
Nachdenken werden wir morgen.
Wir telefonieren morgen.

Ich ruf dich an.
Nein, ich ruf dich an!