01   Intro 1:26
02   The Tomb 4:51
03   Alone In The Danger Zone 5:51
04   Which Way Will It Go? 1:19
05   Two Weeks To Live 4:29
06   Niamh - Part 1 1:17
07   A Secret Love (Or Two) 4:32
08   The Web 5:01
09   Class 3:51
10   Niamh - Part 2 1:27
11   Just Wondering 4:04
12   Life Is Organized Crime 3:26
13   Elements 1:56
14   Spacejunk 2:15
15   Vlad The Inhaler 3:47
16   Gizmo Dandy 1:35
   
Total play time 51:50




"Wüstenhölle Des Deliriums"
von Mirek Kuzniar

Auf die Stadt vieler Träume
senkt sich die Nacht herab.

Mit verschlossenen Schritten –
in die schwarz-gefärbten Alleen des Schlafs –
ein Körper,
der sich vom Horizont des Lichtmeeres abhebt,
taucht in die Nacht der irdischen Toten unter.

Funkelnde Lichter,
schwerelos,
grenzlose Unwichtigkeit eines Lebens.

Ich stelle mir Thomas vor,
wie er diese Strasse entlangkam,
zu der Tür schritt,
dahinter verschwand
(nur das Erwachen konnte Tommy noch helfen!).

Diese Lautlosigkeit,
die durch den Weltraum gleitet,
mit Geschreien einer verwirrten Seele.
Erschreckend – dieses Entzwingen zum Weitergehen.

In einer angebrannten Wüstenhölle,
erstickend,
mit dem Tode ringend in Träumen heulender Stürme.

Schweigen tritt ein,
übernimmt Gefühle.
Niemand befindet sich im Raum.
Eine Weile herrscht hier Stille.
Eine unbestimmte Ruhe,
die sich zu einem deutlichen Schrei verdichtet.

Sprachloser Ton,
der so unverhältnismäßig scharf klingt
(ohne Beherrschung),
erschüttert die Wüstenhölle.

Ein unheimliches Gefühl,
in Gefahr zu schweben.
Ein unheimliches Gefühl –
kraftlos
gegen die physische Wucht zu sein,
ohne irgendeinen Menschen / Wächter
benachrichtigt zu haben.

Prächtiger Raum.
Prunkvolle Szenen.
Dumpfe Endgültigkeit.

Stimmen drängen deutlich ans Ohr,
und zeigen ein fremdes Lächeln,
das sich in ein formloses Gesicht verbläßt.

Ein stiller Kampf gegen die Schwäche
vor der geplanten Hinrichtung.

- Zusammengebissene Zähne.
- Geballte Fäuste,
im endlosen Höllenschlaf.
- Es bleibt nur die Zuflucht zur Logik,
die das Leben betrifft,
oder den Tod!

Man schwebt weit weg,
in kalter Ferne,
ohne körperlicher Sinne.
Der geringste falsche Gedanke
kann zum Verhängnis werden.

Man hält sich an die Vernunft!
Man weigert sich,
auch nur ein Sterbenswort zu verraten.
- Ausgeprägte Intelligenz des Geistes,
würde (vermutlich) ihrer Wirkung nicht entweichen.

Uniformierte Engel
nicken grüßend,
und mit einer automatischen Bewegung,
auf ihre Uhr starren.

Es ist ein Leben vergangen
in einer Nacht,
die der Zeit,
den Ausgang versperrt hatte,
während er nach Flucht sich sehnte.

Endgültigkeit –
hier wird ihm seine Lage klar,
als er an Dutzenden von lebenden Toten vorbeischreitet,
die in endlosem
matterleuchteten Flur stehen.

Muss er hier bleiben?
Muss er hier altern und sterben –
alles in einer Nacht?
Oder handelt es sich hier
um einen brutalen Test.
Um einen zielbewussten Versuch –
eine gnadenlose und grausame Gottes Probe
der blutig ernsten Dramen,
den der Herr
von Zeit zu Zeit arrangiert?

Zu jeder anderen Zeit,
bei jedem anderen Gott,
hätte er wenigstens ärgerliche Sympathie verspürt.
Was Grausamkeit heißt,
könnte er noch nachempfinden.
Nicht aber jetzt
in dieser Nacht,
zu dieser Stunde der albtraumhaften Wüste,
die von wilden Stürmen gepeitscht wird.
Nicht zu diesem Zeitpunkt,
wo er zum erstenmal,
seit über einem Jahr,
seine überreizten Nerven entspannen wollte.

Er muss handeln;
drastisch,
riskant,
übermenschlich,
doch nicht tödlich.
Er muss sich aus diesem Schaustück befreien!
Er versucht sich zurückzuerinnern,
wie vor paar Stunden,
er durch die Alleen des Lichts noch wanderte.
Alleen der Erregung.
Alleen der bewussten Schritte.
Zielvolle Schritte.
Berühmte Schritte.
Beschleunigungsschritte.
Vor ihm –
eine Stadt legte ihr Lichterkostüm an,
und der grelle Glanz blendete seine Augen –
direkt in die Nacht,
gefolgt von diesem Traum!

Irgendwo
in der fernen Unendlichkeit,
bangt eine Seele um ihren Körper!

Zwischen fernen Sternen,
brechen Nerven ihr Schweigen!

Ein nächtlicher Zug
aus Panzerstahl,
an Städten des Lebens fährt vorbei.

In ungründlichen Tiefen,
in die Felder des Chaos,
bis zum Abgrund jeglicher Vorstellung,
mit zerronnenen Hoffnungen,
stürzt eine Seele hinunter.

Totenstille –
erschrockenes,
ungläubiges Schweigen.
Unmenschliche innerliche Verkrampfung.

Seine Augen flammen.
Sein Gesicht ist wie eine bleiche,
durchsichtige Maske –
ein Eindruck eines schwerkranken,
fiebrigen Verstands,
erweckt sich in ihm.
Ihm ist’s, als wäre er nicht mehr bei Sinnen.
Nicht mehr auf Sieg eingestellt.
In diesem vernichtenden Zustand,
muss er die drohende Niederlage akzeptieren.

Sein Lebenswille,
der ihn zurück in den gelähmten Körper tragen sollte,
erschlaffte.

Was eben noch so nahe –
erscheint ihm plötzlich so fern.
So weit weg vom Licht.
Die bedrückende Realität,
erstickt jeden Fluchtgedanken!

Noch eben Stimmen.
Familiäre Gelächter.
Stabile Brücken.
Menschen und Wächter!

Fahrscheine hin
und ständig zurück.
Träume so wahr –
noch eben Glück!

Wo einst die Sonne
auf einen fiel.
Wo einst das Meer –
schweigsamblau
und still.

Einst Winde so fern –
nun Stürme so nah.
Und Sphinx,
die noch lebendig war.

In einer Nacht,
ganz ohne Licht,
im höllischen Kampf –
eine Seele zerbricht.

Das Leben,
das vor ihm lag,
schob sich einfach davon –
verging so rasch in einer Nacht –
er konnte es nicht mehr einholen!